Produktbericht | Testbericht

2. Mai 2014

 

Nachdem es schon einige ausführliche Produktberichte namhafter Redaktionen über die Scheibenbremse von BrakeForceOne gab, habe ich dennoch das Bedürfniss meine persönliche Erfahrung mit den Bremsen auszudrücken!

Denn ich bin einer der wenigen, der die BFO Bremse auf einem Downhill-Bike fährt und mit diesem Produktbericht der Erste, der ein Statement dazu gibt!

Relevante Infos zum Testbericht!

 

Testzeitraum bis zu diesem Bericht:

-Anfang Januar bis Ende April 2014

 

Fahrer:

-Gewicht mit Ausrüstung: 86Kg

-Fahrstil: Freeride & Downhill

 

Bike:

-Specialized Demo 8 (2013)

-Gewicht: 17Kg

 

Vorne montiert:

-BFO1 Scheibenbremse mit 2 Finger Hebel

-Bremsscheibe 203mm

-Bremsbeläge BFO & Testweise 4 verschiedene Belagmischungen

 

Hinten montiert:

-BFO1 Scheibenbremse mit 2 Finger Hebel

-Bremsscheibe 180mm

-Bremsbeläge BFO & Testweise 4 verschiedene Belagmischungen

 

Natürlich bremse ich auch nur jeweils mit einem Finger, jedoch wählte ich die Zweifinger-Bremshebel aus dem Grund um flexibler von der Fingerposition sein zu können.

Optische Impressionen zum Produkt

 

Ich habe das neueste (2014) Modell der BrakeForceOne Bremsen, nun auch mit Aluminium Hebelgarnitur statt Kunstoff wie bei den alten Modellen. Sehr hochwertig gearbeitete CNC gefräste Teile, wie zum Beispiel der aus einem Stück Alu gefräste Bremssattel. Alle Teile der BFO Bremse werden in Deutschland hergestellt und persönlich von dem Erfinder Jakob Lauhoff und seinem Team in einer kleinen Werkstatt in Tübingen von Hand zusammengebaut.

Einzig die Bremsbeläge wurden nicht komplett neu erfunden, sondern haben die Grundplatte von Magura Marta die jedoch von Tune auf weniger Gewicht und eigener Belagmischung getrimmt ist.

Auch wenn der Bremssattel recht groß erscheint, sind die BrakeForceOne Bremsen eine der leichtesten Bremsanlagen auf dem Markt!

An den Hebeln sieht man direkt, hier wird Gewicht gespart wo es geht.
Der Bremssattel ist aus einem Stück Aluminium gefräst.
Für SRAM und Shimano Trigger, gibt es passende Matchmaker.

Theorie

"Was ist so anders an der BFO Bremse?"

 

Bevor ich zum praktischen Teil dieses Produktberichts komme, möchte ich Euch erstmal erklären was an der BrakeForceOne Bremse so anders ist.

Gewohnt ist man von Scheibenbremsen, dass man den Hebel zieht, einen Druckpunkt spürt und dann mit der Kraft die man auf den Hebel gibt, die Bremspower bestimmt und dosiert.

Bei den BFO Bremsen ist das jedoch so, dass man nicht mit Kraft sondern mit Hebelweg die Bremspower bestimmt und dosiert! Man zieht also den Hebel und umso näher der Hebel zum Lenker bzw Griff herangezogen wird umso mehr Bremspower wird erzeugt.

 

Spätestens jetzt denken die meisten von Euch:

"Hmm, dann muss ich den Hebel ja komplett bis an den Griff ziehen um maximale Bremspower zu erzeugen!?"

"Nein!" sage ich!

Anhand der Hebelweiten-Verstellung und Belagweiten-Verstellung kann man sich die Bremse so einstellen, dass die maximale Bremspower ~ also um das Rad zu blockieren an einem gewünschten Moment erreicht wird.

 

Die erfolgreich umgesetzte Idee hinter der BrakeForceOne Bremse ist: Eine Fahrradbremse mit hervorragender Dosierbarkeit und maximaler Bremspower!

Das hat Jakob Lauhoff (17 Jahre alt, als er diese Bremse erfindet) mit der Erfindung des patentiertem 2 Stufen-Kolbensystem realisiert.

 

 

So schnell und einfach hat man die BFO Bremshebel eingestellt. Auf dem Video sieht man wie ich anhand der Druckpunktverstellschraube den Moment einstelle an dem die Bremsbeläge auf die Scheibe treffen. Würde ich noch weiter am Hebel ziehen, setzt der große Stufenkolben ein und presst die Beläge immer fester an die Scheibe.

 

Keine 30 Sekunden braucht man um den Hebel zu demontieren oder zu montieren. Das zeigt wie simpel aber effektiv die Hebelgarnitur aufgebaut ist. Spiel im Hebelgelenk wie es bei vielen anderen Bremsen vorkommt, gibt es bei den BFO Bremsen nicht. Deutsche Qualität halt!

Praxiserfahrung

 

Ich bin auch jemand, der sehr skeptisch an "neues" und "anderem" als dem guten gewohnten Stuff herangeht. Eine Bremse muss grade beim Downhill oder rasanter Trailfahrt einwandfrei funktionieren und intuitiv bedienbar sein.

Bei Rennen heißt es auch; "wer später bremst, fährt länger schnell", so muss eine Bremse punktgenau stark verzögern können. Das geht nur mit Schiffsanker werfenden Bremsen!

 Zum Gedanke: "Wie gut muss eine Bremse funktionieren"

 

 

Praxiserfahrung - Erste Testfahrt mit BFO-Bremsen

Nun am 9. Februar 2014 habe ich mein Downhillbike das erste mal mit den BFO Bremsen montiert, auf die heimischen Trails geschoben und auf natürlichen Single-Trails getestet. Man sollte wissen, die BFO Bremse muss man erstmal gut einfahren, bevor sie ihre volle Leistung bringt! Also bin ich zuvor mehrere Kilometer auf der Straße bergab gefahren um die Bremsscheiben & Beläge einzubremsen.

Ziemlich aufgeregt und neugierig ging ich es mit dem Bremsen erstmal vorsichtig an, da ich in anderen Berichten über die BFO Bremse gelesen hatte; "Es braucht eine lange Eingewöhnungsphase bis man die "Weg statt Kraft" BFO Bremse verinnerlicht hat".

Naja ich muss sagen, es hat bei mir nicht lange gedauert, genauer gesagt; der letzte Trail im Video ist der kniffligste in meiner Heimat und dort hatte ich während der Abfahrt ein grinsen im Gesicht.

Denn mit der BFO Bremse war die steile und stufige Passage bei 5:13min so einfach zu fahren wie noch nie. Ich habe den Bremshebel leicht angezogen und in einer Position gehalten, dabei bin ich gemütlich ohne Bremsstottern runtergerollt.

 

Nach dieser ersten Ausfahrt, habe ich nicht mehr weiter über die Bremsen nachdenken müssen, wenn ich Fahrrad gefahren bin. Damit will ich sagen, ich habe mich schnell an die Bremse gewöhnt!

Die Dosierbarkeit der BrakeForceOne Bremse hat mich schon sehr überzeugt, bei Spitzkehren und anspruchsvollen Schlüsselpassagen wo man nur mit langsamer Fahrt runterkommt ist die BFO Bremse wie ein Cheat in einem Videospiel! Fast schon unfair gegenüber denen, die eine andere Bremse fahren ;)!

 

 

 


 

 

Praxiserfahrung: Downhill-Rennen

Nachdem ich viele verschiedene Trails und Bikeparks in den vergangenen 5 Monaten mit der montierten BFO Bremse gefahren habe, war es nun soweit; das erste Rennen, mit der BFO Bremse auf meinem Downhill-Bike!

Bei diesem Downhilll-Rennen waren einige wichtige Bremspunkte die ich mir genau gesetzt und eingeprägt hatte um sicher, aber auch schnell genug die Rennstrecke zu bezwingen!

Grade dort, wo ich mit viel Geschwindigkeit in eine Passage mit engstehenden Bäumen reinfuhr, war es wichtig für mich sehr kontrolliert, spät und punktgenau abzubremsen. Der lose Untergrund an einigen Stellen, war nicht zu unterschätzen und mit blockierenden Rädern drohte man vom Kurs zu rutschen.

Bei diesem Rennen ging ich aufs ganze und muss sagen, die Bremse hat mir geholfen einen guten und sicheren Run zu fahren.

 

Fazit

 

Nun mein Fazit zu der BrakeForceOne Bremse möchte ich mit folgendem Satz beginnen;

"Wow, die Bremse ist echt geil!"

...denn das war auch immer das, was ich nach vielen Abfahrten gedacht habe!

Zum Detail...

 

1. Der Einsatz

Ich habe die BrakeForceOne Bremse nun auf verschiedenen Strecken getestet. Auf Hometrails und Bikeparks mit mir gewohnten und bekannten Bremspunkten, sowohl auch auf Strecken die ich zuvor nie gefahren habe und somit bei der Abfahrt sehr gefühlsorientiert mit der neuen Bremse zurecht kommen musste. Selbstverständlich und am wichtigsten für mich, war es die BFO Bremse auf Downhill-Strecken und im Renneinsatz getestet zu haben.

 

2. Gewöhnungsbedürftig?

Mit der BFO Bremse ist es wie mit einem breiten Lenker, hat man sich einmal an nen breiten Lenker gewöhnt, möchte man keinen schmaleren mehr fahren. So ist es mir auch mit der BFO Bremse ergangen! Wie ich in anderen Berichten gelesen habe, wurde die Bremse als sehr gewöhnungsbedürftig eingestuft. Naja ich finde, so wild war das garnicht, man gewöhnt sich recht schnell daran. Erst recht, da man grade am Anfang viel mit der Bremse spielt und rumprobiert.

 

3. Was kann die Bremse?

Die BFO Bremse ist mit dem breiten Lenker an meinem Bike, nun auch eines der Teile die mir eine bessere, einfachere und sicherere Fahrweise erlaubt!

Wie ich so etwas aus einer Bremse resultieren kann?

Ganz einfach, das besondere der BFO Bremse ist wie schon oft erwähnt die Dosierbarkeit. Nun wenn ich meine Bremsaktionen besser und einfacher dosieren kann, habe ich volle Kontrolle und verschätze mich so weniger in meiner Bremsaktion. Anders bei Bremsen mit Hebelkraft, hat man schnell mal zu fest angezogen und so zu stark abgebremst. Aus dem Grund haben auch viele Mountainbiker Angst die Vorderradbremse auszureizen und zu fest zu ziehen, so muss wiederum mehr mit der Hinterradbremse gebremst werden, was wieder zu blockierendem Hinterrad führt.

Mit der BFO Bremse kann ich meine Bremsaktionen einfacher dosieren und wenn ich eine Vollbremsung nötig habe, komme ich noch besser zum stehen, da ich die Vorderradbremse so gut dosieren kann, dass ich volle Bremspower habe ohne auf einmal das Gefühl zu haben nach vorne überzukippen.

Da man die Bremspower mit Hebelweg statt Hebelkraft bestimmt, hat man auch selbst nach langen Abfahrten keine verkrampften Hände und Unterarme. Die Hebel lassen sich zwar im Stand gefühlt mit einem gewissen Wiederstand anziehen, jedoch wird der Wiederstand nicht größer und fühlt sich während der Fahrt einfach angenehm und ok an.

Ich möchte nicht sagen, dass alle anderen Scheibenbremsen schlecht sind! Aber für mich wäre eine andere Bremse auf meinem Bike; ein Schritt zurück!

 

4. Verstellbarkeit & Wartung

Die Bremshebelweite lässt sich anhand eines kleinen Einstellrädchen ausreichend für alle Hebelweiten Vorlieben einstellen. Ich habe mein Bremshebel-Einstellrädchen komplett auf Anschlag in Richtung Griff eingestellt. Der Druckpunkt oder besser gesagt der Moment, wo die Beläge die Scheibe berühren kann man mit dem großen Einstellrädchen am Hebelfuß sehr einfach und schnell einstellen. Ich habe meine Hebel so eingestellt, dass nach 3mm Zug am Hebel, die Beläge auf den Scheiben anliegen.

Zum wechseln der Bremsbeläge muss man das Rad demontieren, jedoch nicht den Bremssattel. Auch hier wieder ein großer Vorteil, man braucht die Bremsbelag-Kolben nicht von Hand zurückdrücken, sondern dreht einfach an der Druckpunktverstellschraube ein paar Klicks zurück und hat die Bremsbelag-Kolben so wieder eingefahren.

Da das Bremssystem kein Bremsflüssigkeits-Ausgleichbehälter braucht, ist das Entlüften der Bremsleitung, nach zum Beispiel tauschen einer Bremsleitung, ein echter Klacks!

(Siehe Entlüftungs-Tutorial Video von Jakob-Lauhoff)

 

5. Preis

Der Preis einer kompletten BFO Bremsanlage vorne & hinten mit Scheibenbremsen, Belägen und Adapter beträgt knapp 900€. Nicht billig, nein! Doch Qualität hat seinen Preis!

Wer mit dem Gedanken spielt sich eine BFO zu holen, kann einfach mal ein BFO Testcenter besuchen und dort die BFO Bremsen selbst Probefahren. Diese sind auf folgender BFO Seite ausgeschrieben.

(BrakeForceOne Testcenter)

Wer mich auf einem Trail oder im Bikepark antrifft, einfach ansprechen ich lasse die Bremse auch kurz auf meinem Bike antesten.

 


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